MB, 2008

MB (Belt), 2008 Black leather belt, polished steel buckle, iron chain 220 x 2 cm Edition of 44 + 8 AP Signed and numbered on certificate Produced for Neuer Berliner Kunstverein, Berlin

Die Arbeit MB (Belt), 2008, ein schwarzer Ledergürtel, fast zwei Meter lang, zwei Zentimeter breit, poliertes Monogramm des Namens der Künstlerin Monica Bonvicini als Schnalle aus Stahl, erinnert an die Gürtel von Luxusmarken wie Louis Vuitton, Gucci und Hermès. Ein Gürtel mit LV-Monogramm symbolisiert die Macht einer Marke. Wer ihn trägt möchte assoziiert werden mit einer inszenierten Lebenswelt und einen Lebensstil ausdrücken, in dem vor allem Geld, Luxus und Tradition eine Rolle spielen. Auf der Homepage der Künstlerin steht direkt unter einem Foto der Arbeit eine kurze Beschreibung und ein Link zum Neuen Berliner Kunstverein, über den der Gürtel (750 Euro für Mitglieder, 950 Euro für Nichtmitglieder) erworben werden kann. Bonvicinis Gürtel findet sich im Onlineshop des Kunstvereins zwischen einem Offsetdruck von Thomas Bayrle und einem Siebdruck von KP Brehmer. Einen Druck im Onlineshop eines Kunstvereins kaufen zu können ist nicht irritierend. Der Gürtel mit MB-Monogramm irritiert hingegen schon. Das liegt daran, dass ein Druck als Kunstwerk unschwer identifiziert werden kann. Monica Bonvicinis Gürtel ist als Kunstwerk nicht so einfach zu erkennen. Was bedeutet ein 950€ teurer Gürtel mit dem Monogramm einer Künstlerin, die von sich behauptet eine kritische Auseinandersetzung mit Macht und Gewalt zu führen? Man könnte sagen, der Gürtel und das Monogramm MB bedeuten genau das: Die kritische Auseinandersetzung mit Macht, Gewalt und der Konstruktion von Geschlecht, die Themen, an denen die Künstlerin arbeitet und mit denen sie sich künstlerisch-praktisch und theoretisch auseinandersetzt. Dann ist das der subversive Akt, an dem der MB-Gürtel auf eine andere Lebenswelt und unverkennbar andere Werte verweist als der gewöhnliche LV-, GG-, oder H-Gürtel. Als Readymade funktioniert Monica Bonvicinis Gürtel auf so eine Weise. Für 950 Euro im Onlineshop des Berliner Kunstvereins eher nicht.